ALTE MEISTER

Komödie von Thomas Bernhard nach der gleichnamigen Prosa .
In einer Fassung des Tiroler Landestheaters

 

[K2] IN DER WERKSTATT

PREMIERE 19.11.2016

SCHAUSPIEL

 

Regie Irmgard Lübke

Ausstattung Marlene Lübke-Ahrens

 

Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos Weißbärtigem Mann, bezieht jeden zweiten Vormittag der Musikphilosoph Reger Stellung.
Er ergeht sich in Tiraden gegen die Kunst im Allgemeinen und die Maler im Besonderen, er verdammt Stifter ebenso wie Heidegger und beschimpft Wien und die Wiener. Für seinen Freund Atzbacher ist Reger ein wissenschaftliches und menschliches Genie – weshalb er naturgemäß in Österreich nicht geschätzt wird. Reger geht seit sechsunddreißig Jahren ins Kunsthistorische Museum, das für ihn zu einer Geistesproduktionsstätte geworden ist. Hier hat er seine Kunstbetrachtung zur Perfektion entwickelt: Sie besteht darin, jedes Kunstwerk, das für vollendet gehalten wird, so lange zu studieren, bis er einen gravierenden Fehler gefunden hat. Aufgrund dieser Methode kommt Reger zu dem Schluss: Alle Alten Meister und Großen Geister sind unvollkommen.

Thomas Bernhards Alte Meister, der dritte Roman der „Künstler- oder auch Künste-Trilogie“ wurde mit dem scheinbar paradoxen, doch für Bernhard äußerst stimmigen Begriff der „Kunstvernichtungskunst“ charakterisiert: Es geht nicht primär um das Scheitern an der Kunst, sondern um das Scheitern der Kunst selbst. Reger ist einer der zahlreichen mit ihrem Herkunftsland verfeindeten, außergewöhnlichen, schöpferischen Menschen in Bernhards Werk. Eine rabenschwarze Komödie nicht nur für Kunstliebhaber.

 

PRESSESTIMMEN

 

„Lübke und ihre Ausstatterin Marlene Lübke-Ahrens zeigen uns dieses furiose Werk, das so viel von Bernhards eigener Fragilität erzählt, welche er ganz offenkundig mit diesem tobenden Furor bekämpfen musste, auf poetisch reduzierte Art. […] Andreas Wobig spielt den Reger gänzlich unaufgeregt und daher umso eindringlicher, Jan-Hinnerk Arnke und Michael Arnold sind ihm als Atzbacher und Irrsigler dabei präsente Zuhörer. Und was sie da im [K2] in der Werkstatt bieten, das ist Schauspielkunst ohne Netz und doppelten Boden.“ (StadtBlatt Innsbruck)

 

„Nichts vordergründig Dekoratives lenkt vom Ringen und Rätseln der Figuren ab, die zu Charakteren werden. […] Hier nach Fehlern suchen zu wollen, hieße, Bernhard auf den Leim zu gehen.“ (Tiroler Tageszeitung)

 

ATZBACHER:

GENIE UND ÖSTERREICH VERTRAGEN SICH NICHT.

IN ÖSTERREICH MUSS MAN DIE MITTELMÄSSIGKEIT SEIN, UM ZU WORT ZU KOMMEN UND ERNSTGENOMMEN ZU WERDEN.

 

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